Golf Pro Marcel Ohorn – Interview mit Einblicken in sein Training

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Für die meisten unter uns ist Golf ein Hobby, welches zum Ausgleich zum Alltag betrieben wird. Golf Training ist dabei lästig, sollte aber regelmäßig gemacht werden. Neben dem Training auf der Range sollten Situationen so oft es geht auch auf dem Platz trainiert werden. Je näher das Training am Turniermodus ist, desto effektiver ist es!

Für Marcel Ohorn ist Golf sein Job. Der aufstrebende Golf Pro Marcel Ohorn spielt auf der Pro Golf Tour, der dritten Liga im Professionellen Golf. Sein Ziel ist die Weltspitze und dafür arbeitet er täglich hart. Wir haben Ihm im Interview Fragen zu seinem Training und seiner Routine bei Turnieren gestellt und geben tiefe Einblicke in den Ablauf des Golf Pros.

Marcel Ohorn Jung-Profi auf der Tour

Marcel Ohorn – Sein Ziel ist die Weltspitze! ©DieEventfotografen.de

Wie sieht deine Trainings-Woche aus?

Meine Trainingswochen sehen sehr unterschiedlich aus. Je nachdem wie viele Tage ich zwischen den Turnieren in Berlin bin, wie die Wetterbedingungen sind und auch was genau für Schläge ich bei den nächsten Turnieren brauche. Wir gehen jetzt mal davon aus ich habe eine trockene Woche, ohne Regen, dann sieht im Sommer mein Tag wie folgt aus.

Ein Tag bei schönem Wetter

Ich fange gegen 6 Uhr in der früh an, da ich komplett alleine auf dem Platz bin und in Ruhe trainieren kann. Je nachdem worauf ich meinen Fokus lege im Training, ob es auf dem Platz ist, auf der Range oder im Kurzspiel werde ich dementsprechend mein Training gestalten. Trotzdem versuche ich am Tag jeden Bereich zu trainieren damit nichts vernachlässigt wird.

Auf dem Platz ist das Training effektiver

In den letzten Monaten habe ich für mich herausgefunden das mein Training intensiver außerhalb der Range ist. Das heißt, das Training was ich auf der Range mache, Flugkurven, Schlagdistanzen oder andere Übungen versuche ich so gut wie möglich auf dem Platz bzw. auf einer Trainingsrunde einzubauen. Auf dem Platz ist das Training viel näher am Turnier und man sollte immer versuchen alles so ähnlich wie möglich im Turniermodus zu trainieren.

Der Tagesablauf mit Zeit-Angaben

Wenn ich mal 2 oder 3 Stunden auf der Range stehe dann nur wenn ich intensiv an einer oder mehreren Technik Sachen arbeite. Ansonsten bin ich eher selten dort. Dazu verbringe ich viel Zeit auf dem Putting Grün – ca 1:30h pro Tag.

  • Wenn ich um 6 Uhr anfange, nach der Runde Ca 3:30h sind wir bei 9:30
  • 1:30h Putten sind wir bei 11 Uhr
  • Dann wird Mittag gegessen.
  • Nach der Mittagspause geht’s ins kurze Spiel, ca 3 Stunden Bunker Training, Chippen, Pitchen.
  • Der Tag auf dem Golfplatz ist somit vorbei jedoch lange noch nicht mein Arbeitstag.

Danach geht’s ins Fitness Studio. Je nach Training, ob Beweglichkeit, Kraft, Stabi etc gestaltet sich auch die Zeit für das Training. Zwischen 45 min und 2 Std geht alles. Ins Fitness Studio versuche ich so oft wie möglich zu gehen, da ich meist unterwegs nicht wirklich eine Chance habe richtig Sport zu machen. Meine Hotels haben meist kein Fitnessstudio.

Für Sport unterwegs habe ich immer mein Band zum Dehnen sowie mein TRX, für Stabilisations- und Beweglichkeits-Übungen mit.

Das Programm bei Regen

Wenn ich jedoch mal ein verregneten Tag habe, nutze ich diesen erst recht auf dem Platz. Bei Regen kann man nämlich genau das trainieren was man im Turnier meistens unterschätzt. Vorallem das alles trocken bleibt!

Schläger, Inhalt der Tasche, Griffe, Bag, deine Hände, Handschuhe, Handtuch und vor allem man selbst müssen trocken bleiben. Genau das kann man bestens trainieren. Aber nicht nur das sondern auch wie verhält sich der Ball anders im Regen, wie viel fliegt er kürzer, wie viel mehr Spin hat er und noch mehr. Deswegen versuche ich, auch wenn es mal regnet, mein Training draußen zu gestalten. Alles soll wieder so nah am Turniermodus sein wie es geht.

Was ist deine Lieblings-Übung auf der Range?

Marcel Ohorn trainiert lieber auf dem Platz

Marcel Ohorn trainiert lieber auf dem Platz ©DieEventfotografen.de

Wie oben schon gesagt bin ich selten auf der Range und wenn dann nur um intensiv auf meine Technik einzugehen. Daher habe ich keine „Lieblingsübung“. Jedoch liebe ich es sich zu 100% auf die Technik zu konzentrieren. Auch wenn man Golf spielen soll darf die Technik nicht vernachlässigt werden und genau das find ich daran so gut.

Einfach mal nicht auf den Ballflug zu achten oder auf den Treffmoment. Sondern sich zu vertiefen in die Bewegung die man erreichen will. Und dabei konzentriere ich mich auf den Trackman und die Daten, die er mir aufbereitet, bspw. wie der Club Path ist, die Swing Direction, der Smash Factor oder sonst was.

Sich also vollkommen auf Schwungvideos zu konzentrieren und meinen aktuellen Schwung zu verinnerlichen. Zu erkennen, welche Punkte müssen anders aussehen, wie genau sollen diese Punkte aussehen, das liebe ich beim Training auf der Range.

Wie bereitest du dich am Turniertag vor?

Je nach Startzeit habe ich unterschiedliche Vorbereitungen. Und je nach Fahrweg fällt es auch unterschiedlich aus, aber lass uns mal von 2 unterschiedlichen Startzeiten 8:30 und 13:30 und 15 min Fahrweg ausgehen.

So gelingt ein guter Start mit früher Startzeit

  • 5:30 Uhr aufstehen, Fernseher an 😉
  • Danach gibt es eine kurze Aktivierung und einige Dehnübungen von ca 20 min.
  • Um 6:15 Uhr geht’s zum Frühstücken ganz in Ruhe und ohne Hektik.
  • Um 6:45 Abfahrt zum Club.
  • Kurz nach 7:00 Uhr geht’s aufs Putting Grün für ca 10 min.
  • Anschließend ca 15 Minuten für das kurze Spiel, ein Par Bunker Schläge, Chips und Pitches.
  • Dann geht es für eine halbe Stunde auf die Range, entspanntes einschlagen.
  • Kurz vor der Startzeit wird nochmal für 15 Minuten auf dem Putting Grün geübt.
  • Danach wird abgeschlagen!

Bei einer späten Startzeit ändert sich mein Programm etwas.

Einspielen für das Turnier, bei einer späten Startzeit

Da ich kein Langschläfer bin und man die Zeit vor der Startzeit sinnvoll mit Training nutzen kann, tue ich das auch.

  • 8:30 Uhr aufstehen. Fernseher an ;).
  • Auch dann gibt es wieder eine kurze Aktivierung.
  • Kurz duschen, entspanntes Frühstück.
  • Um kurz nach 10:00 Uhr Abfahrt zum Platz.
  • Dann wird ein wenig intensiver als bei einer frühen Startzeit alle Bereiche durchgegangen. Jeder Bereich ein wenig länger und auch intensiver trainiert.
  • Nach ca 1:30h Training gibt es um 12:00 Uhr Mittagessen.
  • 45min vor der Teetime bin ich dann nochmal kurz auf dem Putting Grün und auf der Range zum Einschlagen.
  • Anschließend kann es am Abschlag losgehen.
Nicht zu vergessen, ob spät oder früh danach wird immer nochmal trainiert 😉
Das Ziel immer im Auge

Das Ziel immer im Auge ©DieEventfotografen.de

Vielen lieben Dank für das Interview, Marcel Ohorn! Es ist für Amateuere immer spannend zu sehen, wie das eigene Hobby mit ganz viel Ehrgeiz und Fleiß professionell betrieben werden kann. Für die anstehenden Turniere wünschen wir dir alles Gute und weiterhin eine aufstrebende und erfolgreiche Karriere!

Jan Schulze-Siebert
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Jan Schulze-Siebert

Gründer bei GOLFCLUB SZENE
Jan spielt seit über 8 Jahren Golf und hat derzeit Handicap 19. Sein Lieblingsschläger ist das Eisen 8. Besonders gefällt ihm der Golf Sport als Ausgleich zum beruflichen Alltag.
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